Statt Bilanzen Lebensgeschichten der Jubilare

Statt Bilanzen Lebensgeschichten der Jubilare

Vorstand der Kreissparkasse Euskirchen feierte mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 25 und 40 Dienstjahre und entließ langgediente Kollegen und Kolleginnen in den Ruhestand

Euskirchen – Banker bilanzieren ständig, könnte man meinen – doch bei den zweimal jährlich stattfindenden Feiern der Haus- und Dienstjubiläen der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) sind die 25, 40 oder noch mehr Dienstjahre fast die einzigen Zahlen, mit denen sich die Finanzexperten einen Vormittag lang beschäftigen. Stattdessen wird jeder Mitarbeiter in Wort und (Bewerbungs-) Bild im Kreis der Kollegen und Kolleginnen vorgestellt. Dabei übernahmen Udo Becker, KSK-Vorstandsvorsitzender, und sein Vorstandskollege Holger Glück die kurzweiligen Moderationen mit kleinen Anekdoten und einem kurzen historischen Rückblick.

So erfuhren die Gefeierten etwa, dass vor 25 Jahren in dem Oscar prämierten Film „Schindlers Liste“ das Schicksal von Zwangsarbeitern in der Nazizeit die Zuschauer im Kino bewegte, im Radio im gleichen Jahr das Anti-Neonazi-Lied „Schrei nach Liebe“ von den „Ärzten“ lief und Michael Schumacher zum ersten Mal Formel-1-Weltmeister wurde. Im Jahr 94 fing aber auch Petra Bädorf an, für die KSK zu arbeiten. Zuvor hatte sie sechs Jahre lang als Optikerin gearbeitet, suchte dann aber ein komplett neues Arbeitsfeld und fand es beim ältesten Kreditinstitut im Kreis.

Über den Kundendienst in verschiedenen Filialen kam sie über die Gebietsdirektion schließlich in den Vorstandsstab und ist dort, so Becker, „seitdem die rechte Hand des Vorstandes und organisiert mich vollständig“. Ihren Urlaub verbringt sie am liebsten an der Nordsee, reist gern nach Skandinavien und liebt das Wandern.

Irmgard Schiffer begann ihre Bankkarriere bei der Volksbank Euskirchen, wechselte dann aber zur Kreissparkasse. Nach ihrem Einsatz im Beratungscenter Zülpich wechselte sie zum S-Immobilien-Center, in der sie als Vertriebsassistentin tätig ist. Als bekennender Fußballfan für die beiden Mannschaften, die für „Kölsch und Alt“ stehen, wie Gladbachfan Becker anmerkte, hatte sie sich vor 15 Jahren „übergangsweise“ bereit erklärt, für den FC Blau-Weiß Embken  das Amt der Kassiererin zu übernehmen – „nur bis jemand Neues gefunden ist“ – nur fand sich bis heute niemand.

Holger Glück übernahm die Ehrungen der Kolleginnen und Kollegen, die seit 40 Jahren der KSK die Treue halten und verabschiedete auch gleich langgediente Mitarbeiter in den Ruhestand. Zuvor berichtete er, das vor 40 Jahren der HSV Deutscher Meister wurde – und davon, wie er im Hamburger Stadion als 13-Jähriger beim Spiel HSV gegen Bayern hautnah Ausschreitungen von Fans miterleben musste, die 80 Verletzte forderten. Dennoch ist auch er bekennender Fußballfan geblieben. Im Jahr 79 wurde Bernhard Hinault Gesamtsieger der Tour de France, bei der 3720 Kilometer in 24 Etappen zu bewältigen waren. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Radler sei von der ersten Tour de France 1903 bis heute von 26 km/h auf über 40 Stundenkilometer gestiegen. Dazu Glück: „Das ist eine bemerkenswerte Leistung. Dazu braucht man nicht nur Nudeln, sondern wahrscheinlich auch“ – hier machte Glück eine kleine rhetorische Pause – „Traubenzucker!“

Ein Dutzend Jubilare ließen sich von Udo Becker (7.v.l.), KSK-Vorstandsvorsitzender, und Vorstandsmitglied Holger Glück (3.v.l.) ehren. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

 

Nach mehreren Ehrungen für vier Jahrzehnte Dienst bei der KSK verabschiedete Holger Glück unter anderem Marliese Schumacher, die nach dem Kundendienst in Geschäftsstellen zu der Kreditberatung wechselte. „Baufinanzierungen haben mir immer Spaß gemacht“, sagte Schumacher, die gern Urlaub auf Föhr und an der Ostsee macht.

Auch wenn Paul Schmitz in die Rente gegangen ist, bleibt er der KSK noch stundenweise treu. Als Quereinsteiger ist der gelernte Schreiner über ein Möbelgeschäft schließlich zur Kreissparkasse gekommen, wo er in den Technischen Diensten tätig war und ist. Neben Radfahren und seinem Garten „von Rasen bis Gemüse“ verbringt er seine Freizeit begeistert mit seinen Enkelkindern, für die er auch gern das Taxiunternehmen „Opa Fahrten“ spielt.

Das letzte Wort vor dem gemeinsamen Mittagessen hatte traditionell der Personalratsvorsitzende Michael Weiler, der mit einem Gedicht schloss. Darin nahm er die Zeit in den Fokus als eine der Gaben, die nicht alle haben: „Ich wünsche Zeit nicht zum Hasten und Rennen, sondern Zeit um zufrieden sein zu können.“

Eifeler Presse Agentur/epa