KSK kümmerte sich um müde Rathausstürmer

KSK kümmerte sich um müde Rathausstürmer

Kreissparkasse Euskirchen (KSK) bot den Euskirchener Jecken eine standesgemäße Mittagsverpflegung – Karnevalisten bedankten sich mit einem bunten Programm

Euskirchen – Neben vielen anderen Entstehungsgeschichten wurde der Rheinische Karneval auch erfunden, um sich mit Phantasieuniformen und pseudomilitärischem Gehabe über die Zeit der Franzosen lustig zu machen, deren Herrschaft im Rheinland von 1794 bis 1813/14 reichte. Und wie im französischen Heer immer auch ein Sanitätszelt mitgeschleppt wurde, so hat sich dieser Brauch ebenfalls als karnevalistisches Ritual erhalten. Jahr um Jahr, wenn die Jecken müde vom Rathaussturm etwas Ruhe benötigen, werden sie von der KSK-Sanitätsstation aufgenommen und wieder aufgepäppelt, um kurz darauf erneut in den närrischen Alltag entlassen zu werden, die bis Aschermittwoch dauert, wenn bekanntlich alles vorbei ist.

Das Prinzenpaar, Prinz Jens I. und Prinzessin Simone, zeigten vollen Körpereinsatz. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das Prinzenpaar, Prinz Jens I. und Prinzessin Simone, zeigten vollen Körpereinsatz. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das war in diesem Jahr nicht anders. Das komplette KSK-Vorstandsdreigestirn, Udo Becker, Holger Glück und Wolfgang Krüger, bereiteten den Karnevalisten einen herzlichen Empfang am KSK-Hauptquartier an der Von-Siemens-Straße. Erschienen waren auch Dutzende von jeck kostümierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die es sich nicht hatten nehmen lassen, die Euskirchener Narren mit einem Klatschmarathon zu begrüßen.

„Heavy Legs“

Die Jugendgarde der KG Nubbel überzeugte durch artistische Tanzeinlagen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die Jugendgarde der KG Nubbel überzeugte durch artistische Tanzeinlagen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Erstmals in diesem Jahr marschierte auch die KG Nubbel 2011 mit ihrem Geschäftsführer Daniel Tessmann und Ehrenratsmitglied Jürgen Deters ins S-Forum ein. Die Euskirchener KG ist für das närrische Brauchtum in den Ortsteilen Klein- und Großbüllesheim, Weidesheim und Wüschheim bekannt. Doch von wegen „wenn et Trömmelche jeit“, bei der KG Nubbel trommelt, paukt und hämmert gleich eine komplette Samba-Truppe. Die ausgeklügelte Mischung aus Samba-Rhythmen und klassischen Trommelelementen fährt jedem in die Beine.

Prinzessin Anna I. von den Rözeme Pannejecken sorgte für Hochstimmung. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Und wer doch lieber anderen beim Tanzen zuschaut, für den hatten die Nubbel ihre Damenshowtanzgruppe „Heavy Legs“ an den Start gebracht. Der Name leitet sich übrigens nicht davon ab, dass die Damen sich nur schwer auf den Beinen halten, sondern dass sie beim Training im Dorfgemeinschaftshaus Großbüllesheim und auf der Bühne stets alles geben, bis die Beine schwer werden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, und die Trainerinnen Tanja Fischer und Nicole Otten mit ihren elf Mädels und 22 „Restless Legs“ daher mehr als zufrieden sein.

Doch die KG hatte noch mehr zu bieten. Sie hatte nämlich für die KSK auch noch ihre Jugendgarde mitgebracht. Die Tänzerinnen zwischen zwölf und 18 Jahren kompensierten gewissermaßen das Fehlen der Prinzengarde, die an diesem Tag in Köln beim Jubiläumsumzug des Reiter-Korps Jan von Werth Schritt halten musste, augenblicklich. Statt die „Knabbüß“ zu präsentieren, präsentierten die gelenkigen Akrobatinnen Gardetanz auf hohem Niveau, so dass sich die KSKler rasch einig waren, dass sie nicht nur die Prinzengarde, sondern auch die KG Nubbel auf jeden Fall wiedersehen möchten.

Das KSK-Vorstandsdreigestirn, Udo Becker (v.r.), Holger Glück und Wolgang Krüger zeigte sich in Höchstform. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das KSK-Vorstandsdreigestirn, Udo Becker (v.r.), Holger Glück und Wolgang Krüger zeigte sich in Höchstform. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kaum wurden die Nubbel in den Speisesaal entlassen, wo die NE.W-Kantinengruppe wieder einmal hervorragend für Speis und Trank sorgte, wofür jedem Teammitglied vom KSK-Vorstand ein Orden erhielt, da stand auch schon der Festausschuss Euskirchener Karneval mit seinem Präsidenten Stefan Guhlke vor der Tür. Der war nicht nur mit den „Schwazze Männ“ gekommen, sondern hatte auch das diesjährige Prinzenpaar, Prinz Jens I. und Prinzessin Simone, sowie Küfer Finn I. mitgebracht. Doch damit nicht genug traf auch eine kleine Abordnung der Prinzengarde bei der KSK ein sowie die Euskirchener Narrenzunft 1949 mit ihrem Präsidenten Hajo Schneider. Aber auch die Karnevalsgesellschaft Alt Oeskerche 1953 mit ihrem Präsidenten Dieter Birkenbusch und die Karnevalsgesellschaft Erfttal 1958 mit ihrem Präsidenten Winfried Flimm machten den KSKlern ihre Aufwartung.

Für Unterstützung bedankt

Wurden mit reichlich Orden bedacht: Udo Becker (v.l.), Iris Esselborn und Karl-Heinz Daniel. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Wurden mit reichlich Orden bedacht: Udo Becker (v.l.), Iris Esselborn und Karl-Heinz Daniel. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das Prinzenpaar erklärte, es sei seit elf Jahren in der Prinzengarde aktiv und es sei ihnen bislang an jedem Weiberdonnerstag eine Ehre, eine Freude und ein Genuss gewesen, zu Mittag bei der KSK einzukehren, um gestärkt die zweite Hälfte des Tages zu beginnen. „Vielen Dank für die Unterstützung. Jeder Verein ist heute etwas knapp bei Kasse, die Vereinsarbeit wird immer schwieriger, die Auflagen komplexer, das erfordert sehr viel finanzielle Kraft. Ohne eure Unterstützung würde es nicht gehen“, sagte Prinz Jens I.

Den Abschluss des bunten Treibens machten wie immer die Rözeme Pannejecke 1972. Die kamen mit Prinzessin Anna I. samt Gefolge. Die jecke Regentin sorgte mit ihrer ungezwungenen Art für Stimmung. Auch die „Rözeme“ betonten, dass sie seit vielen Jahren sehr gern das Angebot der KSK annähmen, sich hier am Mittag ein wenig ausruhen zu dürfen.

Tanzten, bis die Beine müde waren: Die Formation "Heavy Legs" von der KG Nubbel. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Tanzten, bis die Beine müde waren: Die Formation „Heavy Legs“ von der KG Nubbel. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Und wenn nach diesem bunten und jecken Programm dennoch mancher mit gesenktem Kopf nach Hause ging, so lag es einzig und allein daran, dass er zu viele Orden bekommen hatte. Denn an jecken Auszeichnungen herrschte auch in diesem Jahr kein Mangel. Die Cheforganisatorin für karnevaleske Umtriebe bei der KSK, Iris Esselborn, hatte erneut den hauseigenen Karnevalsorden in Auftrag gegeben, der die drei Vorstände auf Motorrädern zeigt, wobei der Vorsitzende als Erster die Ziellinie überquert – eine Anspielung auf das nahende Ende von Beckers Amtszeit. Doch wer sich fragte, warum vom Vorstands-Rocker aus dem vergangenen Jahr nur noch ein Röckchen geblieben war, das dieser unterm Sakko trug, dem sei nur so viel gesagt: Wette ist Wette und Abmachung bleibt Abmachung.

Eifeler Presse Agentur/epa