Pro Pet Koller liefert Tiernahrung in 26 Länder

Pro Pet Koller liefert Tiernahrung in 26 Länder

 

Unternehmerfrühstück „viertelvoracht“ gewährte Einblicke in ein regionales Familienunternehmen, das sich international behaupten konnte und in der Produktion mehr und mehr auf Nachhaltigkeit setzt

Kall – Laut dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) gab es in Deutschland im Jahr 2023 15,7 Millionen Katzen und 10,5 Millionen Hunde, die als Heimtiere gehalten wurden. Das sind eine Menge Mägen, die es zu füllen gilt. Seit 1993 kümmert sich das Unternehmen Pro Pet Koller mit darum, dass nicht nur keiner der vielen Vierbeiner Hunger leiden muss, sondern dass die Haustiere auch eine artgerechte und naturnahe Ernährung erhalten. Mit welchen besonderen Herausforderungen die Tiernahrungsbranche zu kämpfen hat, das erfuhren jetzt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Unternehmerfrühstücks „viertelvoracht“, einer Partnerinitiative von Kreiswirtschaftsförderung und Kreissparkasse Euskirchen, bei einem Besuch des Vorzeigebetriebs in Kall.

Landrat Markus Ramers freute sich, bei einem bodenständigen, Familienbetrieb aus der Eifel zu Gast zu sein. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Landrat Markus Ramers freute sich, bei einem bodenständigen, Familienbetrieb aus der Eifel zu Gast zu sein. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Landrat Markus Ramers scherzte, dass man sich gefragt habe, wie das Frühstück wohl an diesem Vormittag ausfallen möge, doch gab es sogleich Entwarnung, denn die Produkte, die Pro Pet Koller produziert, entsprechen denselben strengen Regeln wie die für Zweibeiner. Dennoch gab es selbstverständlich Kaffee, Kuchen sowie Obst und Brötchen. „Das Kaller Unternehmen Pro Pet Koller steht seit über 30 Jahren für Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit in der Tierfutterproduktion“, sagte Markus Ramers. Es handele sich um ein bodenständiges Familienunternehmen aus der Eifel, das dennoch mittlerweile mit über 100 Mitarbeitenden an drei Standorten, in Hellenthal, Gemünd und Kall, international erfolgreich sei.

Nie stehen geblieben

KSK-Vorstand Holger Glück zeigte in seiner Begrüßungsansprache, dass er sich mit der Geschichte des Kaller Unternehmens so detailliert auskannte, dass die Geschäftsführer vergnügt mehrere Seiten ihres vorbereiteten Redemanuskripts überschlagen konnten. „Ich wollte nur untermauern, dass es sich um ein beeindruckendes Unternehmen handelt, das sich dadurch auszeichnet, nie stehengeblieben zu sein, sondern immer nach Markttrends Ausschau hielt, die Produktentwicklung vorantrieb und am Ende sogar eine eigene Fertigung auf die Beine stellte“, so Glück, der betonte, dass ihm bei so einem soliden und erfolgreichen Betrieb, bei dem auch noch der Generationswechsel reibungslos funktioniert habe, einfach das Herz aufgehe.

KSK-Vorstand Holger Glück war begeistert von der Innovationsleistung und dem internationalen Erfolg des Tierfutterherstellers Pro Pet Koller. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

KSK-Vorstand Holger Glück war begeistert von der Innovationsleistung und dem internationalen Erfolg des Tierfutterherstellers Pro Pet Koller. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Ein besonderer Dank von Ramers und Glück ging an die Geschäftsführer Michael und Markus Koller, die ihr Unternehmen für einen Besuch von „viertelvoracht“ zur Verfügung gestellt hatten sowie an die Leiterin der Stabsstelle Struktur- und Wirtschaftsförderung, Iris Poth, ihre Kollegin Alina Kramer sowie Alexandra Bennau vom S-Gewerbekundencenter und Rainer Santema, Leiter S-Firmenkundencenter, die das Unternehmerfrühstück geplant und organisiert hatten.

Geschäftsführer Michael Koller erinnerte daran, dass seine Eltern, Veronika und Werner Koller, das Unternehmen 1993 mit dem Ziel gründeten, hochwertige Tiernahrung aus Nordamerika zu importieren. Alles begann quasi mit nur einem Auto, einem Anhänger und einem gemieteten Messestand sowie drei Jahresverträgen bei großen amerikanischen Herstellern. 1999 wurde dann das Heimtiercenter in Gemünd eröffnet und zeitgleich mit der Eigenproduktion von Tiernahrung begonnen. 2016 fand die Unternehmensübergabe an die neue Generation statt. 2019 wurde eine separate Produktionsgesellschaft geründet und 2021 der neue Standort in Kall in der ehemaligen Glashütte bezogen.

Umsatz um das Siebzehnfache gesteigert

Michael Koller (links) und sein Bruder Markus referierten über den Familienbetrieb Pro Pet Koller. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Michael Koller (links) und sein Bruder Markus referierten über den Familienbetrieb Pro Pet Koller. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das Vertriebsunternehmen Pro Pet Koller zählt heute 62 Mitarbeitende und zehn Aushilfen, dazu kommen im Produktionsunternehmen Eifel Land, das 242 verschiedene Produkte herstellt, noch einmal 42 Mitarbeitende plus fünf Aushilfen. Die Fremdmarken sind schon lange aus dem Sortiment verschwunden, heute geht das Unternehmen souverän mit vier eigenen Marken auf den Markt. Doch die Behauptung, dass in der Tierfutterbranche das Geld auf der Straße liege, konnte Michael Koller nicht bestätigen. Die Coronapandemie, die Flutkatastrophe und nicht zuletzt auch die steigenden Energiekosten hätten das Unternehmen hart getroffen, dennoch zeige die Umsatzkurve weiter nach oben, so dass der Umsatz seit Firmengründung um das Siebzehnfache gesteigert werden konnte.

„Der Bezug zur Region ist uns weiterhin sehr wichtig, auch wenn ein Familienbetrieb in unserer Branche eher selten ist“, so Koller. 95 Prozent der Umsätze mache man heute im Business-to-Business-Bereich, darüber hinaus habe sich in den vergangenen 20 Jahren der Onlinehandel hervorragend entwickelt. Man liefere heute in 24 europäische Länder sowie nach China und Taiwan. Auch mit einigen Auszeichnungen kann das Unternehmen sich schmücken. So landete beispielsweise 2024 eine Koller-Marke auf dem ersten Platz als „Best Rated Pet Food“ der Branche.

Markus Koller zeigte den Gästen das gut gefüllte Lager, von wo aus das Eifeler Tierfutter in 24 europäische Länder sowie nach China und Taiwan geht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Markus Koller zeigte den Gästen das gut gefüllte Lager, von wo aus das Eifeler Tierfutter in 24 europäische Länder sowie nach China und Taiwan geht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Ein Erfolgsfaktor des Unternehmens sei vor allem die eigene Produktionsstätte, berichtete Mitgeschäftsführer Markus Koller. Das schaffe Unabhängigkeit von anderen Produzenten, eine hohe Flexibilität und den Vorteil, dass man selber in kleinen Mengen neue Marken ausprobieren könne. „Grundsätzlich produzieren wir immer nur Chargen von 1,5 Tonnen und unterziehen diese dann einer Qualitätskontrolle durch eigene Mitarbeiter sowie durch eine externe mikrobiologische Untersuchung“, so Koller.

Für das Nassfutter verwende man gesunde Tiere von größtenteils regionalen Bauernhöfen. Das auch für den menschlichen Verzehr zugelassene Fleisch werde vom hauseigenen Metzger zerlegt, gewolft und mit Obst und Gemüse in einen großen Mischer gegeben und anschließend in Dosen gefüllt, die dann über einen langen Zeitraum schonend gegart würden.

Insekten liefern Proteine

Das Unternehmerfrühstück „viertelvoracht“ war zu Gast bei Pro Pet Koller in Kall. Gastgeber und Orga-Team freuten sich über die gelungene Veranstaltung. Von links im Bild: KSK-Vorstand Holger Glück, Koller-Geschäftsführer Markus Koller, Alina Kramer (Kreis Euskirchen), Iris Poth (Leiterin Wirtschaftsförderung), Koller-Geschäftsführer Michael Koller, Landrat Markus Ramers, Alexandra Bennau (S-Gewerbekundencenter) und Leiter S-Firmenkundencenter Rainer Santema. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das Unternehmerfrühstück „viertelvoracht“ war zu Gast bei Pro Pet Koller in Kall. Gastgeber und Orga-Team freuten sich über die gelungene Veranstaltung. Von links im Bild: KSK-Vorstand Holger Glück, Koller-Geschäftsführer Markus Koller, Alina Kramer (Kreis Euskirchen), Iris Poth (Leiterin Wirtschaftsförderung), Koller-Geschäftsführer Michael Koller, Landrat Markus Ramers, Alexandra Bennau (S-Gewerbekundencenter) und Leiter S-Firmenkundencenter Rainer Santema. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Da Fleisch allgemein als „Klimakiller“ gilt, ist das Kaller Unternehmen stets daran interessiert, das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben. Dass Koller überwiegend Tiere aus der Region verwertet, eine eigene Solaranlage besitzt und darüber hinaus nur Ökostrom einkauft, ist für Michael Koller selbstverständlich. Den Fleischanteil in der Tiernahrung zu ersetzen, seien allerdings natürliche Grenzen gesetzt, da ein Hund beispielsweise nicht ein Kilogramm Erbsen fressen könne, um auf denselben Eiweißgehalt zu kommen wie bei seiner normalen Fleischmahlzeit.

„Dennoch ist es uns bereits 2020 gelungen, den Fleischanteil durch Gemüsesubstitution von 90 auf 60 Prozent zu reduzieren, ohne ernährungsphysiologische Einbußen zu haben“, so Koller. Aber auch mit alternativen Proteinquellen habe man experimentiert und beispielsweise das Fleisch durch Insekten ersetzt. Hier biete man heute bereits drei Produkte an, die einen deutlich verringerten ökologischen Fußabdruck böten. So könnten die Larven der Schwarzen Soldatenfliege auf kleinster Fläche gezüchtet werden bei hundertfach reduziertem CO2-Ausstoß und fünfzehntausendfach niedrigerem Wasserbrauch als bei der Fleischproduktion anfielen.

Für so viel Engagement erhielt das Kaller Unternehmen 2023 den Nachhaltigkeitspreis der IHK Aachen. Doch möchte sich Koller auf den Lorbeeren nicht ausruhen. Nicht zuletzt, um die Wege kurz zu halten, soll daher in Kall eine neue Produktions- und Lagerstätte realisiert werden, bei dem 25 Arbeitsplätze aus Hellenthal und Gemünd nach Kall verlagert und gleichzeitig noch 15 bis 20 neue Jobs geschaffen werden sollen. Das neue Gebäude soll vor allem aufgrund eines ausgeklügelten Energieversorgungssystems deutlich mehr CO2 einsparen. Mit dem Baustart will man noch 2025 beginnen.

Weitere Bilder finden sie auf der Hompeage von viertelvoracht.

Eifeler Presse Agentur/epa