„Wir brauchen wieder mehr Menschen, die sich für den Frieden einsetzen“

„Wir brauchen wieder mehr Menschen, die sich für den Frieden einsetzen“

 

Delegation der Kreissparkasse Euskirchen besuchte die Ausstellung „Neubeginn im Frieden“, die im Stadtmuseum Euskirchen die Jahre 1945-1961 beleuchtet

Euskirchen – „Neubeginn im Frieden“ lautet der Titel einer Ausstellung, die noch bis Montag, 25. Mai, im Stadtmuseum Euskirchen zu sehen ist. Im Fokus steht dabei die Stadthistorie der Jahre 1945-1961.

Lebendig und engagiert berichtete Museumspädagogin Petra Goerge von den Jahren 1945 bis 1961 in Euskirchen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Lebendig und engagiert berichtete Museumspädagogin Petra Goerge von den Jahren 1945 bis 1961 in Euskirchen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Erzählt wird die Geschichte durch kleine Geschichten: Etwa der Schuh eines kleinen Mädchens mit zwei Löchern darin, wo eine Gewehrkugel den Knöchel der Kleinen durchschlagen hat und ihr in einer Notoperation im Keller des Marienhospitals – der oberirdische Teil war zerstört – der Fuß amputiert werden musste. Oder die Prothesenmacher des heute noch bestehenden Sanitätshauses Urack. Eine Delegation der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) besuchte die Ausstellung jetzt und wurde von Museumspädagogin Petra Goerge herzlich und mit Dank begrüßt, denn die KSK hatte die Ausstellung gefördert.

Mit vielen Faksimiles historischen Materials wird die Geschichte Euskirchens nacherlebbar. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Mit vielen Faksimiles historischen Materials wird die Geschichte Euskirchens nacherlebbar. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Eine sehr aufmerksame, fast schon andächtige Atmosphäre bestimmte die Führung: Petra Goerge berichtete eindringlich von den letzten Kriegsmonaten in Euskirchen, als dort lediglich noch rund 500 Menschen, umgeben von Trümmern, lebten oder besser zu überleben versuchten. Von der Besetzung oder Befreiung durch die amerikanischen Streitkräfte, von den Hungerjahren, in denen für viele Kinder Schulspeisungen die einzige Mahlzeit am Tag und Lebensmittelspenden der Alliierten so wichtig waren.

Von Erlebnissen der letzten Kriegswochen spricht Agnes Zell, die als Kind bei einem Tieffliegerangriff durch den Fuß geschossen wurde – der originale Schuh ist im Eingangsbereich des Museums ausgestellt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Von Erlebnissen der letzten Kriegswochen spricht Agnes Zell, die als Kind bei einem Tieffliegerangriff durch den Fuß geschossen wurde – der originale Schuh ist im Eingangsbereich des Museums ausgestellt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Städtepartnerschaft mit herzlicher Umarmung

Sie berichtete vom Wiederaufbau, dem Stadtfest 1952 zum 650-jährigen Bestehen, prächtig und mit vielen historischen Gewändern bei der Parade. Von engagierten Bürgermeistern, der Ent-Nazifizierung und dem Aufbau demokratischer Strukturen, nicht nur äußerlich, sondern vor allem in den Köpfen der Menschen. Und spürbar ergriffen, auch wenn Petra Goerge diese Geschichte in- und auswendig kennt, erzählte sie von der wunderbaren Freundschaft, die der damalige Bürgermeister André Lebon aus der französischen Stadt Charleville initiierte: Schon 16 Jahre nach Kriegsende besiegelte er die bis heute andauernde Städtepartnerschaft mit einer herzlichen Umarmung und küsste seinen Euskirchener Amtskollegen, Jacob Kleinertz, in einer Friedensgeste auf die Wange.

Eine Delegation der Kreissparkasse Euskirchen, unter ihnen (v.r.) Vorstand Wolfgang Krüger und Vorstandsvorsitzender Holger Glück, war beeindruckt von der Ausstellung „Neubeginn im Frieden“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Eine Delegation der Kreissparkasse Euskirchen, unter ihnen (v.r.) Vorstand Wolfgang Krüger und Vorstandsvorsitzender Holger Glück, war beeindruckt von der Ausstellung „Neubeginn im Frieden“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

„Wir brauchen wieder mehr Menschen, die sich so wie damals André Lebon für den Frieden einsetzen“, sagte Holger Glück, Vorstandsvorsitzender der KSK, nach der Führung: „Aber leider sehen wir auf der Welt gerade ganz andere Tendenzen, und das kann einem Angst machen.“ Aber das Beispiel zeige, dass man solche Entwicklungen eben auch überwinden könne, um wieder friedlich miteinander zu leben.

Eifeler Presse Agentur/epa